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Ausstattung

Von den ältesten noch vorhandenen mittelalterlichen Ausstattungsstücken sind neben der Sandsteintaufe, dem Kaselkreuz und dem Rest eines Triumphkreuzes nur wenig erhalten geblieben. Das Schweriner Staatliche Museum ist noch im Besitz von wertvollen mittelalterlichen Skulpturen aus dem ehemaligen Dobbertiner Benediktiner-Nonnenkloster, die sie zwischen 1834 und 1844 erworben haben. Es sind die drei Jünger Johannes, Jakobus und Petrus einer Ölberggruppe um 1430 aus einer Rostocker Werkstatt. Die um 1470 in Eiche geschnitzte Heilige Anna Selbdritt[58], ein in Eichenholz geschnitztes Vesperbild um 1450 und ein zu einer lebensgroßen Christusfigur gehörender bärtiger Kopf eines Grabchristus mit Kissen um 1460. Diese Skulpturen aus Eichenholz, hart und zäh, gehörten zum Schmuck norddeutscher Klöster und Kirchen, gefertigt in mecklenburgischen Bildhauerwerkstätten. Die heutige innere Kirchenausgestaltung entstammt der zweiten neugotischen Restauration von 1854 bis 1857.

Kirchengestühl

Das Kirchengestühl im Langhaus fertigten 1857 die Dobbertiner Tischlermeister Larisch und Petrow aus Eichenholz an. Bei der Bestuhlung des Kirchenschiffes wurde in zwei Gruppen unterschieden. Zum einen für die Kirchgemeinde des Klosterdorfes und ferner für die Klosterdamen des Konvents sowie für höhergestellte Persönlichkeiten, wie die Klostervorsteher und deren Gäste. Das Gemeindegestühl stand quer zur Längsachse des Raumes und füllte das fünfte Joch, teilweise noch das vierte und sechste Joch des Langhauses. Seine geschnitzten Wangen laufen nach oben in einem aus vegetabilen Formen zusammengesetzten Kreuz aus. Die Wangen des Gestühls für den Konvent und den höhergestellten Persönlichkeiten zeigen Laubwerk und Früchte in der Art oberer Endigung von Abts- und Bischofsstäben. Sie sind reicher und vielfältiger als die einheitlichen Wangen des Gemeindegestühls geschnitzt worden. Die Bänke füllten zum Teil das sechste Joch, zum Teil die Vierung des Kirchenschiffes und die Sitzflächen waren mit durchlaufenden Sitzkissen belegt, deren Oberfläche aus rotem Samt bestand. In der Klosterkirche wurde hier die 14. These zum evangelischen Kirchenbau nur bedingt verwirklicht, denn die Kanzel befindet sich im Rücken der nach Süden angeordneten Bänke. Der geforderte Mittelgang und der kleine Freiraum vor dem Auftritt in den Altarraum wurde hergestellt.

Taufsteine

Kaum beachtet, steht heute noch der älteste frühromanische Taufstein des Klosters auf der Rasenfläche vor dem Klosterhauptmannshaus. Die 66 cm hohe und 71,5 cm breite Granitfünte hat im Laufe der Jahrhunderte viele Nutzungen bis hin als Blumenkübel erfahren. Im April 1939 beschwerte sich Agnes von Bülow als Kreisfrauenschaftsführerin beim Staatsministerium in Schwerin, dass dieser ganz altertümliche Taufstein als Aschenbecher für die Droschkenkutscher doch zu groß sei. Zu den bemerkenswertesten Ausstattungsstücken des Klosters gehört der am Eingang zur Unterkirche stehende Sandsteintaufe aus nachreformatorischer Zeit. Die Fünte zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen protestantischer Kirchenausstattungen Mecklenburgs aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Kunsthistorisch ist der Taufstein in den Umkreis des nahe gelegenen Güstrower Hofs von Herzog Ulrich zu Mecklenburg und der dort tätigen Künstler einzuordnen, stilistisch als typisches Werk der mecklenburgischen Renaissance niederländischer Prägung. Der Taufstein stammt aus der Werkstatt des niederländischen Bildhauers Philipp Brandin. Es ist eine Sandsteintaufe in Vasenform, kelchförmig und plastisch reich verziert mit Hermenpilastern, Fruchtgehängen und Beschlagwerk und einem geschnitztem Eichendeckel, auf dem eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist sitzt. Gestiftet wurde er 1586 vom Geheimrat und Hofmarschall Joachim von der Lühe auf Püttelkow, der 1570 bis 1588 Klosterhauptmann in Dobbertin war. Die dazu gehörige zinnerne Taufschale war mit drei Meisterzeichen, der Gewichtsangabe XIII Ib (13 Pfund) und dem Jahr 1.5.8.6. versehen. Bis zur umfassenden inneren Restaurierung 1854 stand der Taufstein vor dem Kanzelaltar, der sich heute auf der Nonnenempore befindet. 1990 konnte der 430 Jahre alte Eichendeckel, leider ohne Taube, durch den damaligen Klosterbauleiter Horst Alsleben vor dem Verheizen aus dem Kohlenkeller unter Sakristei gerettet werden. Ende Juli 2020 wurde der restaurierte Eichendeckel mit der durch die Schweriner Holzbildhauerin Mandy Breihold geschnitzten neuen Taube wieder auf die Tauffünte von 1586 gelegt. Die Klostervorsteher unter dem Klosterhauptmann Graf von Bernstorff berichteten auf dem Landtag am 15. November 1876 zu Malchin, dass in der Dobbertiner Kirche an der Turmtüre ein alter unschöner Taufstein aus Sandstein sich befinde, welcher dort selten benutzt werde. Daher sei es wünschenswert, einen beweglichen aus Eichenholz geschnitzten Taufstein in der Nähe des Altars zu stellen. Es sei ein würdiger Taufstein angeboten worden, den man nach Zustimmung kaufen wolle. 1877 erfolgte die Aufstellung des durch den Güstrower Bildhauer Adolph Siegfried geschnitzten Taufsteines für 250 Mark.

Triumphkreuz & Kaselkreuz

Die 1996 durch den ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger Andreas Preuß oberhalb des Glockenstuhls im südlichen Kirchturm gefundenen Reste eines mittelalterlichen Triumphkreuzes wurden nach gründlicher Überarbeitung durch den Restaurator Andreas Baumgart nach Abschluss der dortigen Restaurierungsarbeiten am 5. März 2020 an der südlichen Wand in der Unterkirche angebracht. Nach der Dendrochronologie im Februar 2020 durch den Schweriner Bauforscher Tilo Schöfbeck konnte das Eichenkreuz auf 1310/20 datiert werden und wäre somit das älteste noch erhaltene Ausstattungsstück aus der alten Klosterkirche.

Über dem spitzbogigen Putzspiegel zum Eingang der Sakristei hängt eine gerahmte Kaselstickerei auf erneuerter Samtunterlage mit der Kreuzigungsgruppe um 1520. Das Kaselkreuz von 1,41 Meter Höhe und 0,76 Meter Breite ist ein Rest der mittelalterlichen Ausstattung der Klosterkirche aus Nonnenzeiten. Ob es nach 1504 von Propst Johannes von Thun gestiftet wurde, der nach 1504 Bischof in Schwerin war, ist nicht dokumentiert. Vermutet wird, dass es ein Werk der Nonnen unter ihrer damaligen Priorin Adelheit von Cramon um 1490 war. Durch die dürftige Aktenlage ist es aber nicht belegt. Das Kaselkreuz zeigt in der Mitte den gekreuzigten Christus, darunter sind Maria und Johannes dargestellt, über dem Kruzifix ist der thronende Gottvater, in den Kreuzarmen links Petrus mit Schlüssel und rechts Paulus mit Schwert und ganz unten den heiligen Christophorus mit Jesuskind zu sehen. Kurz vor Abschluss der Kirchenrestauration hatte am 22. September 1857 der Geheime Archivrat Dr. Friedrich Lisch aus Schwerin veranlasst, das spätmittelalterliche Kaselkreuz nach der Konservierung zum besseren Schutz unter Glas zu bringen.[80] Den Rahmen aus Eichenholz mit der Aufspannung fertigte Tischler Christiansen, das geschliffene mit der Eilpost aus Hamburg gelieferte Glas, setzte Glaser Alpenroth ein. Die Vergoldung und Bemalung des Rahmens machte der Hofvergolder Freitag und den Samtstoff lieferte der Kaufmann Karl Voss. Für den Transport von Schwerin zur Klosterkirche nach Dobbertin ließ Lisch sogar eine Spezialkiste anfertigen. Nach Vollendung der Restaurierung des Langhauses im Herbst 2019 wurde das Kaselkreuz im Spitzbogen an der Südwand über dem Eingang zur Sakristei wieder auf gehangen.

Glas- und Buntglasfenster

Korrespondierend gestaltet ist Gaston Lenthes Kreuzigungsgemälde im Flügelaltar mit den Glasgemälden in den fünf Chorseitenfenstern. Das Bild im dreirahmigen Mittelfenster zeigt die Auferstehung und Himmelfahrt Christi. Der Entwurf des Schweriner Hofmalers Lenthe wurde durch den Schweriner Glasmaler Ernst Gillmeister ausgeführt und noch vor der Kirchweihe am 11. Oktober 1857 eingesetzt. Die weiteren vier Seitenfenster wurden nach den Entwürfen des Historienmalers Gustav Curt Friedrich Stever auch durch Gillmeister gefertigt. Die Glasgemälde in den nördlichen Fenstern mit David und Elias wurden 1864, mit Abraham und Moses 1866 und in den beiden südlichen Fenstern mit Petrus und Paulus 1864 und mit Augustinus und Luther 1866 eingesetzt.

Kanzel

Kaum beachtet, steht heute noch der älteste frühromanische Taufstein des Klosters auf der Rasenfläche vor dem Klosterhauptmannshaus. Die 66 cm hohe und 71,5 cm breite Granitfünte hat im Laufe der Jahrhunderte viele Nutzungen bis hin als Blumenkübel erfahren. Im April 1939 beschwerte sich Agnes von Bülow als Kreisfrauenschaftsführerin beim Staatsministerium in Schwerin, dass dieser ganz altertümliche Taufstein als Aschenbecher für die Droschkenkutscher doch zu groß sei. Zu den bemerkenswertesten Ausstattungsstücken des Klosters gehört der am Eingang zur Unterkirche stehende Sandsteintaufe aus nachreformatorischer Zeit. Die Fünte zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen protestantischer Kirchenausstattungen Mecklenburgs aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Kunsthistorisch ist der Taufstein in den Umkreis des nahe gelegenen Güstrower Hofs von Herzog Ulrich zu Mecklenburg und der dort tätigen Künstler einzuordnen, stilistisch als typisches Werk der mecklenburgischen Renaissance niederländischer Prägung. Der Taufstein stammt aus der Werkstatt des niederländischen Bildhauers Philipp Brandin. Es ist eine Sandsteintaufe in Vasenform, kelchförmig und plastisch reich verziert mit Hermenpilastern, Fruchtgehängen und Beschlagwerk und einem geschnitztem Eichendeckel, auf dem eine Taube als Symbol für den Heiligen Geist sitzt. Gestiftet wurde er 1586 vom Geheimrat und Hofmarschall Joachim von der Lühe auf Püttelkow, der 1570 bis 1588 Klosterhauptmann in Dobbertin war. Die dazu gehörige zinnerne Taufschale war mit drei Meisterzeichen, der Gewichtsangabe XIII Ib (13 Pfund) und dem Jahr 1.5.8.6. versehen. Bis zur umfassenden inneren Restaurierung 1854 stand der Taufstein vor dem Kanzelaltar, der sich heute auf der Nonnenempore befindet. 1990 konnte der 430 Jahre alte Eichendeckel, leider ohne Taube, durch den damaligen Klosterbauleiter Horst Alsleben vor dem Verheizen aus dem Kohlenkeller unter Sakristei gerettet werden. Ende Juli 2020 wurde der restaurierte Eichendeckel mit der durch die Schweriner Holzbildhauerin Mandy Breihold geschnitzten neuen Taube wieder auf die Tauffünte von 1586 gelegt. Die Klostervorsteher unter dem Klosterhauptmann Graf von Bernstorff berichteten auf dem Landtag am 15. November 1876 zu Malchin, dass in der Dobbertiner Kirche an der Turmtüre ein alter unschöner Taufstein aus Sandstein sich befinde, welcher dort selten benutzt werde. Daher sei es wünschenswert, einen beweglichen aus Eichenholz geschnitzten Taufstein in der Nähe des Altars zu stellen. Es sei ein würdiger Taufstein angeboten worden, den man nach Zustimmung kaufen wolle. 1877 erfolgte die Aufstellung des durch den Güstrower Bildhauer Adolph Siegfried geschnitzten Taufsteines für 250 Mark.

Evangelisten

Die im Chor auf vier Säulen unter Baldachinen stehenden Evangelisten, Matthäus und Lukas auf der Nordseite und Markus und Johannes auf der Südseite wurden 1856 als Gipsplastiken in sandsteinimitierter Farbgebung von Gustav Willgohs geschaffen. Die vier Säulen lieferte die Marchsche Tonwarenfabrik in Berlin-Charlottenburg im November 1857 in drei Stücken mit Schaft und Kapitell nach Detailzeichnungen von Heinrich Thormann. Am 26. September 1857 schrieb Ernst March an Baumeister Thormann, die Säulen und Baldachine seien schon geformt, werden aber bis 9. Oktober 1857 nicht fertig. Nach ihrer Restaurierung durch Andreas Baumgart wurden sie 2007 im Chor wieder auf die vier Säulen gestellt. Willgohs schenkte die vier Evangelisten dem Kloster aus Dankbarkeit für die finanzielle Unterstützung der Klostervorsteher während seines Studiums in Berlin. Die Originalplastiken befinden sich aber in der Schweriner Schlosskirche.

Altar

Nach der Kirchenvisitation von 1811 sollen genug Altäre in der Kirche gestanden habe. Der eine war offen, der andere mit einer Kommunikanten Bank umgeben. Ein weiterer alter abgenommener Altar stand auseinandergenommen in einer Kammer in der Kirche. Der offene Altar war 13 Fuß hoch und 7 Fuß breit, von alter Arbeit und ganz einfach. Auf dem Altar stand ein Kruzifix und auf beiden Seiten je zwei weibliche und männliche Figuren. Der neugotische Flügelaltar mit umfangreichem Schnitzwerk und Gesprenge, Altartisch, Altarschranke und der Predella wurde 1857 nach einem Entwurf von Theodor Krüger durch den Schweriner Tischlermeister Johann Christiansen gefertigt. Nach Ideen des Schweriner Hofmalers Gaston Lenthe fertigte er 1856 ein Modell im verkleinerten Maßstab vom Altar, dass heute noch im Staatlichen Museum in Schwerin vorhanden ist. Auf dem Gemälde im Altarretabel erscheint Christus am Kreuz, neben ihm die Mutter Maria und Johannes, am Fuße des Kreuzes Maria Magdalena. Der linke Flügel zeigt drei Frauen, die Christus in Galiläa nachgefolgt waren, rechts erblickt man den unbekannten Hauptmann, der mit der rechten Hand auf das Kreuz weisend, den Blick zur Gemeinde gerichtet in römischer Legionärstracht. Neben ihm erscheinen Joseph von Arimathäa und Nikodemus. Gaston Camillo Lenthe malte 1857 die drei Gemälde im Schrein und den beiden Seitenflügeln, der mit umfangreich vergoldeten Ornamentschnitzereien versehen ist. Das Gemälde in der Predella mit der Abendmahlsdarstellung fertigte der Historienmaler Gustav Stever 1864 in Hamburg. 1865 bekam er dafür vom Klosteramt 600 Goldmünzen und der Vergolder Lüthgens aus Güstrow für die Goldleiste zur Einfassung des Gemäldes 28 Courant.

Radleuchter

Die Beleuchtung in der Kirche, besonders bei Abendgottesdiensten, war mit den zwei kleinen 1727 von der damaligen Domina Sophia Catharina von Bülow gestifteten bronzenen Kronleuchter nur unzureichend. Der Konvent mit der Domina Hedwig von Schack wünschte sich 1884 dem Baustil der Kirche entsprechend, zwei größere Kronleuchter mit Goldbronze, die aus der Klosterkasse bezahlt werden sollten. Nur der Klosterpastor Friedrich Pleßmann beschwerte sich beim Oberkirchenrat in Schwerin über die Weggabe von Kirchengut ohne oberbischöfliche Genehmigung. 1885 wurden durch den Berliner Baumeister Dörflein die Zeichnung für die Kron- und Wandleuchter gefertigt und durch den Klosterhauptmann Landrat Wilhelm Thedwig von Oertzen beim Kunstschlosser Marcus in Berlin mit der Bemerkung die Summe aus der Klosterkasse sei vortrefflich hoch bestellt. Die beiden schmiedeeisernen Radleuchter für 56 Kerzen wurden Ende 1885 angeliefert, doch nach dem Zusammensetzen kamen sie nicht durch die Kirchentür, sie waren zu groß. Der Dobbertiner Amtsmaurermeister Andreas hatte sich aus unerklärlichen Gründen um zwei Meter vermessen. Eine Rücknahme zur Verkleinerung verweigerte der Kunstschlosser Marcus.Zu einen weiteren peinlichen Zwischenfall kam es, als die Konventualin Mathilde von Rohr die neuen schwarzen Leuchter sogar als Untier an Hässlichkeit bezeichnete. Die notwendig gewordene Verkleinerung der beiden Kronleuchter übernahm der Schlossermeister Paulus Johr in Prenzlau für 1000 Mark als Veränderungskosten. Aus Billigkeitsgründen wurde von einer Regressforderung an den Amtsmaurermeister Andreas abgesehen. Schlossermeister Johr verkleinerte die Kronleuchter und setzte sie in ein ziemlich richtiges Verhältnis. Nach 130 Jahren wurde 2017 der erste der beiden Radleuchter durch den Metallrestaurator Thomas Fischer aus Mühlen Eichsen restauriert. 2019 war auch die Restaurierung des zweiten Radleuchter, statt mit Bestückung von Kerzen nun mit handgefertigten LED-Kerzen abgeschlossen.

Glocken

Die älteste 1760 vom Glockengießer Schulz aus Rostock gegossene und noch vorhandene Bronzeglocke hängt heute im Giebel der Friedhofskapelle zu Dobbin. Zu lesen sind die Namen der Domina Oelgard Anna Ilsabe von Krusen, des Provisors Johann Dietrich von der Osten, des Erbherrn und Klosterhauptmann Jobst Heinrich von Bülow auf Woserin und des Küchenmeisters Engelck Paschen Friese. Die Revisions-Committe war der Ansicht, dass die mit großen Kosten in ihrer gegenwärtigen Schönheit hergestellte Klosterkirche mit einem derselben angemessenen harmonischen Geläute zu versehen, vollkommen gerechtfertigt sei, die Genehmigung nachträglich zu erteilen. Nach Anwesenheit des Glockengießers Gustav Collier wurde ein vorteilhafter Kontrakt wegen Lieferung eines neuen Geläutes für die Kirche zu Dobbertin abgeschlossen. Der über zwei Türme reichende Glockenstuhl trägt neben zwei Eisenhartgussglocken nach Friedrich Wilhelm Schilling von 1957 eine kleine, 1872 in der Glockengießerei von Gustav Collier in Berlin-Zehlendorf gegossene Bronzeglocke. Unter den beiden 1942 für Kriegszwecke eingeschmolzenen Bronzeglocken befand sich auch die erst 1934 gegossene. Die 1859 von Peter Martin Hausbrandt aus Wismar gegossene Glocke wurde auch eingeschmolzen.

Nonnenempore

Der Nonnenchor in der Klosterkirche, auch Nonnenempore genannt, galt für den Frauenkonvent als ein abgegrenzter Raum und zur Klausur zugehörig. Aus der Zeit als Nonnenkloster sind zum Nonnenchor sind nur wenige Informationen bekannt. Während der Reformationsjahre wurde die Nonnenempore mehrfach erwähnt. Im Visitationsprotokoll vom 17. September 1557 ist zu lesen, dass man nun den oberen Chor zu vermauern und eine Tür aus dem Kreuzgang in die Kirche zu brechen gedenke. Das ehemalige zugemauerte Portal der Nonnenempore zum Dormitorium, dem Schlafsaal der Nonnen im östlichen Klausurgebäude ist noch vorhanden. Als die Maurer die Ziegelsteine hinauf tragen wollten, wurden sie auf dem Chor von den Nonnen mit Steinwürfen, Wassergüssen und Gebetsbüchern beschmissen. Hier fand ein jahrelanger und in Mecklenburg wohl einmaliger dulle Nonnen krich statt. Zwischen 1746 und 1749 ließ der damals noch Provisor Jobst Hinrich von Bülow auf Woserin die Oberkirche als neugebauten Fräulein-Chor neu ausmalen und ausstatten. Der Fußboden besteht heute noch aus rautenförmigen Tonkacheln in den Farben Blau, Grün und weiß glasiert. Später mit quadratischen unglasierten Kacheln ausgeflickt und beidseitig von der Altarschranke mit zwei runden Durchbrüchen von 1,20 m Durchmesser und einer begehbaren Gitterabdeckung versehen. Unter den Gebetslogen wurde im Juli 1746 durch die Dobbertiner Tischler Hans Andresen und Peter Pickert ein Fußboden aus Tannen Brettern in gleiche Höhe gelegt. Die benötigten Nägel und den Leim wurde vom Kloster Amt gegeben. Die Größe des Nonnenchores entspricht der Unterkirche und erstreckt sich über die westlichen vier Joche, wobei das vierte Joch durch den trapezförmigen Abschluss nur bedingt nutzbar ist. Der 12,60 Meter lange und 9,70 Meter breite Raum wird nur durch drei Fenster auf der Nordseite mit Tageslicht erhellt. Der Fußboden besteht aus rautenförmigen glasierten Tonkachel in den Farben Blau, Grün und Weiß.

An der Südwand der Nonnenempore haben sich auf dem Putz Befunde zur Ausmalung um 1300 erhalten. Die Farbfassungsbefunde belegen auf den Innenwänden gemalte großflächige Steinquader mit roter Doppelfuge. Alle Rippen waren einfarbig rot und wechselnden Rippenbegleit- und Scheitelornamenten versehen. Es handelt sich hier um die erste Fassung auf dem Ziegelmauerwerk. Bis zur umfassenden inneren Restaurierung sind noch drei weitere weiße Fassungen an den Wänden und Gewölben nachweisbar. Bei den Sicherungsarbeiten an gefährdeten Gewölben und Gurtrippen über der Nonnenemporen fanden 1996 die Restauratoren Andreas Baumgart und Heiko Brandner in einem nördlichen Gewölbezwickel eine Engelsfigur. In der rechten Hand hat sie eine Posaune und in der linken hält sie ein Spruchband mit der Inschrift Deinen rechten und einigen Sohn.Zu Weihnachten 1749 waren alle Arbeiten am Dobbertinschen Kirchenbau auf der Nonnenempore vollendet. In den Hauptregistern der Jahre 1746–1749 hatte der Küchenmeister Engelck Paschen Friese alle verausgabten Kosten für die Handwerker, deren Material bis hin zum Speiseregister exakt registriert. Folgende Handwerker waren am neugebauten Fräulein Chor beteiligt: der Orgelbauer Schmidt aus Rostock, der Bildhauer Klinckmann aus Rostock, der Fassmaler Bromann aus Rostock, der Drechsler Grünwald und die Tischlermeister Andreßen und Pickert aus Dobbertin, der Glaser Köncke aus Goldberg, der Zimmerermeister Seydell und die Brettsäger Jacobs und Guhl aus Dobbertin, der Maurermeister Finkenwirt und der Schmied Podol aus Dobbertin, der Kaufmann Gerts aus Goldberg für gelieferte Nägel und der Frachtfahrer Brun für den Orgeltransport aus Rostock. Nicht zu vergessen der Notarius und Organist Knöchell bei der Untersuchung der Orgel, wie sogar im Speiseregister vermerkt wurde. Ein Raumabschluss entsteht vor dem dritten Joch durch das 1857 eingefügte, die ganze Breite einnehmende Holzwand, mit dem zum Ostchor gerichtete Gestühl der Konventualinnen. Heute gelangt man in den Nonnenchor über den 2006 vollendeten Ergänzungsbau aus Stahl, Glas und Sichtbeton an Stelle der 1946 entstandenen Brandlücke zwischen dem vorhandenen Ostflügel der Klausur und der Südwand der Klosterkirche. Der Ergänzungsbau gilt als Haupterschließung der vier Klausurgebäude mit den Kreuzgängen im Erdgeschoss und der Schule im Obergeschoss sowie dem Zugang zur Nonnenempore. Seit 2019 erfolgt unter fachlicher Anleitung und Betreuung des Restaurators Andreas Baumgart eine umfassende Restaurierung der Nonnenempore mit der noch vorhandenen Ausstattung. Die drei 1884 auf der Nordseite eingebauten Fenster aus würfelförmiger Bleiverglasung mit farblosen und grünlichem Tischkathedralglas und seitlich farbigen Bändern wurden in der Werkstatt der Glaserei Brüggemann im Schönfeld-Mühle gereinigt, ausgebessert und 2020 wieder eingesetzt.

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