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Eine Königin erhält ihre Weihe

Orgel in der Klosterkirche Dobbertin erhielt ihre Weihe / kleine Gästeschar wegen Corona Dobbertin „Ein Traum wird wahr, es ist ein besonderer Tag für alle, die gekämpft haben“, mit diesen Worten des Pastors Christian Hasenpusch erhielt am 29. November 2020 in der Klosterkirche zu Dobbertin die neue Orgel ihre Weihe. Hatte zuvor Anh Quan Dao auf der Violine den liturgischen Teil dieser Weihe musikalisch alleine begleitet, so erklang im Anschluss des Weiheaktes offiziell erstmals die neue Orgel mit der Fantasie in G-Dur von Johann Sebastian Bach. An der Orgel der Kantor Christian Wiebeck, der zusätzlich zur Klosterkirche auch die Kirchengemeinden rund um Goldberg musikalisch betreut. Die Gäste erlebten anschließend ein kleines Konzert mit Werken von César Auguste Franck, William Gomez oder auch Franz Xaver Gruber, um nur einige zu nennen. Wiebeck hatte mit „O come, o come Emmanuel“ auch eine eigene Komposition für Violine und Orgel beigesteuert und einige Stücke für Violine und Orgel arrangiert.

Es war durchaus ein sehr emotionaler Augenblick, die ersten Klänge der Königin der Instrumente in dieser großen Kirche hören, erleben zu dürfen. Rund zwei Jahre hat der Orgelbaumeister Andreas Arnold mit seinem Team daran gearbeitet und es ist hervorragend gelungen. Dabei war es nicht einfach, denn eigentlich ist neue Orgel hinter dem alten Prospekt versteckt und bringt dennoch die volle Klangfülle, die so ein Instrument hervorbringen kann. Der Corona-Pandemie geschuldet war die eigentlich im September zur 800. Jahrfeier des Klosters vorgesehene Weihe verschoben worden. Doch auch am 1. Advent sorgte der Virus noch immer für Einschränkungen und so war es mit etwa 20 Personen ein sehr kleiner Kreis, der diesem Akt beiwohnen durften. „Es könnte fast die kleinste Orgelweihe dieser Welt sein“, meine Hans Hopkes, der Geschäftsführer der Diakonie Kloster Dobbertin. Er gehörte ebenso zu den Ehrengästen wie der Orgelbauer Andreas Arnold aus Plau am See, der Innenminister des Landes Torsten Renz, Bürgermeister Dirk Mittelstädt und Vertreter des Kirchengemeinderates und des „Freundeskreis Orgel – Klosterkirche Dobbertin e. V.“.

„Ein Illusion ist wahr geworden, in dem ein kleines Häufchen engagierter Bürger sich wie kleine Ameisen sehr fleißig um Sponsoren und Spenden kümmerten, stets unterstützt von vielen Helfern aus dem Klosterdorf und darüber hinaus sogar bis ins Ausland“, sagte der Vorsitzende des Freundeskreises Orgel Dr. Claus Cartellieri in seiner sehr bewegenden Dankesrede an alle Beteiligten. 2013 gründete sich der Freundeskreis, der aus dem Förderverein des Klosters hervorging und etwa 30 Mitglieder hat. Viele Aktionen wurden gestartet, um die benötigte Eigenfinanzierung zu erhalten, immerhin wurden insgesamt rund 350 000 Euro benötigt. Neben Fördermitteln des Bundes, der Landesregierung, unter anderem aus dem Strategiefond, der Landeskirche, verschiedenen Stiftungen, der Kommune und dem Kloster sowie mehreren Einzelpersonen startete der Freundeskreis in enger Zusammenarbeit mit dem Kultur- und Heimatverein etliche Aktionen wie beispielsweise den Verkauf einer CD oder auch mit Benefizkonzerten. „Ihnen allen gebührt unser Dank, Dank und nochmals Dank“, so Dr. Cartellieri.

Hans Hopkes erinnerte an die große Orgelweihe 1857, als die riesige Gästeschar keinen Platz in der großen Kirche fand und draußen den Klängen lauschen musste. „In den vergangenen 30 Jahren ist viel Geld in die Sanierung der Kirche geflossen und es ist sehr viel geleistet worden, Es ist fast ein Lebenswerk des Vorsitzenden und seines Freundeskreises, welches nun vollendet wurde“, meinte Hopkes. Für den Innenminister Torsten Renz war dieser 1. Advent 2020 trotz Corona „etwas ganz besonderes“ und er hofft, im kommenden Jahr mit vielen Gästen die Orgelklänge genießen zu können. Er zollte den Beteiligten, allen voran dem Freundeskreis, seinen „Riesenrespekt“ und „die Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt, es ist in der Tat ein historischer Moment, denn es wurde Sensationelles geleistet“. Ein Mitschnitt der Orgelweihe ist demnächst im Youtube-Kanal zu erleben, außerdem ist geplant, eine CD mit Musik dieser Klosterorgel herauszubringen.

Michael-Günther Bölsche

Foto´s by Michael-Günther Bölsche

Es ist geschafft!

Liebe Leserin und lieber Leser,
„Eine Kirche ohne Orgel ist wie ein Körper ohne Seele!“ So hat Albert Schweitzer die Bedeutung der Orgel ausgedrückt. Mozart nannte sie die „Königin der Instrumente“. Wenn sie im Gottesdienst schweigt, fehlt vielen Menschen etwas. Im Gegenüber zur Kanzel nimmt sie eine wichtige Aufgabe wahr: Sie spricht mit ihrer Verkündigung die Sinne der Menschen an. Das geschieht nicht nur, wenn ihre Klangvielfalt den Kirchenraum erfüllt. Auch ihr Prospekt erzählt mit Schriftbändern, Bildern oder Statuen oftmals vom Glauben. Glocken und Orgel bilden zusammen eine Einheit: sie sind die Stimmen einer jeden Kirche. Orgeln sind hochkomplexe Werkzeuge der Tonkunst, die selber kunstvoll sein müssen, um Kunst hervorzubringen. Somit ist es eine große Leistung, ein Instrument in solch einem Umfang zu planen und zu bauen. Umso größer ist meine Freude über das Gelingen und der erfolgreichen Abnahme des Instrumentes. Dem Freundeskreis Orgel – Klosterkirche Dobbertin e. V. und vor allem dem Gründer und Initiator Herrn Dr. Claus Cartellieri, sei ein großer Dank ausgesprochen. Ebenso beglückwünsche ich die Orgelbaufirma Arnold aus Plau am See, die in beeindruckender Weise ihr Können unter Beweis gestellt haben. Sie schufen ein Instrument, welches ausdrucksstark, kraftvoll, und zugleich sanft ist. Die Möglichkeiten, die dieses Instrument zukünftig für Organisten bietet, sind vielfältig und nuancenreich. Von Barock bis hin zur großen französischen Orgelmusik und Moderne, sind der Orgel keine Grenzen gesetzt. Wir können uns nun auf besondere musikalische Gottesdienste, Orgelkonzerte und andere Konzertveranstaltungen freuen! Ein solches Instrument bleibt auch für die Zukunft eine Herausforderung. Nicht nur im Gottesdienst und Konzert wird es hohe Ansprüche stellen, sondern auch in der Unterhaltung und Pf lege. Ich wünsche uns, dass die Orgel und auch die Klosterkirche neu in das Bewusstsein der Menschen rückt und wachgehalten wird. Erfolg, gute Ideen und Kraft sind ein wichtiger Bestandteil der kommenden Arbeit und sollen uns immer daran erinnern, was der Freundeskreis Orgel – Klosterkirche Dobbertin e. V. und die vielen Spenderinnen und Spender geleistet haben! Vielen Dank dafür.

Christian Wiebeck
Kirchenmusiker, Kloster Dobbertin

Orgelweihe Dobbertin

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“ An unserer neuen Orgel in der Klosterkirche zeigt sich, wie wahr dieser Ausspruch von Kirchenvater Aurelius Augustinus (354-430) bis heute ist. Was hier in Dobbertin den letzten Jahren geschafft wurde, ist überwältigend. Am Anfang war es, wie so oft, die Idee eines einzelnen, die zuerst ihn in Brand setzte und dann viele andere Menschen in nah und fern langsam, aber sicher Feuer fangen ließ. Herrn Dr. Claus Cartellieri ist es mit großer Beharrlichkeit und mit viel Herzblut gelungen, Menschen aus diesem Dorf und seinem weiteren Umfeld von der Idee einer neuen Orgel zu begeistern. Viele Mühen waren nötig und Rückschläge zu überstehen, bis schließlich feststand: Die Orgel wird gebaut! Nun ist das große Werk vollbracht. Die Klosterkirche ist mit der Orgel wieder ein Stück vollständiger geworden. Nun muss sie mit Leben erfüllt werden. Unsere Kirchengemeinde hat dafür Herrn Christian Wiebeck als ersten Kirchenmusiker der neuen Orgel angestellt. Bei ihm und uns liegt es nun, daran zu arbeiten, dass dieses Instrument an diesem besonderen Ort zur Ehre Gottes und zur seelischen Erbauung der Menschen in Gottesdiensten und in Konzerten spielt. Von Dobbertin können nun starke kirchenmusikalische Impulse für unsere Region und darüber hinausgehen. Dank sei hier noch einmal all denen gesagt, die sich haben entzünden lassen und mit ihrer vielfältigen Hilfe dazu beigetragen haben, dass dieses Vorhaben gelungen ist. Die Liste der hier zu nennenden Personen würde jeden Rahmen sprengen. Aber eines steht fest: Auch in der Zukunft werden diese Kirche und diese Orgel Menschen brauchen, die sich be-Geist-ert für sie einsetzen. Nach dem, was hier gelungen ist, bin ich gewiss, dass auch dies gelingen wird. „Die Orgel ist ohne Zweifel das größte, das kühnste und das herrlichste aller vom menschlichen Geist erschaffenen Instrumente. Sie ist ein ganzes Orchester, von dem eine geschickte Hand alles verlangen, auf dem sie alles ausführen kann.“ (Honoré de Balzac, 1799-1850)

Christian Hasenpusch
Pastor, Kirchengemeinde Goldberg-Dobbertin

Glocken für Dobbertin

Mit dem Bau der neuen Klosterorgel und der Restauration der Nonnenempore, wurde ein großes Stück für die Zukunft der Klosterkirche getan. Wir als Verein sowie auch die Kirchengemeinde Goldberg-Dobbertin sind für die Bemühungen dankbar und blicken gespannt in die Zukunft. Neben der Orgel haben auch die Glocken seit jeher eine wichtige und zentrale Bedeutung. weiterlesen

Klostermusiken

Die Klosterkirche Dobbertin bildet den markanten Mittelpunkt der Dobbertiner Klosteranlange. Die neugotisch umgestaltete Kirche ist in Mecklenburg die einzige mit zwei Türmen. Schon von weitem sichtbar, ist sie sowie auch die Klosteranlage ein Blickfang und Wahrzeichen für Dobbertin. weiterlesen

Die Klosterorgel

Der Orgelneubau soll Ende 2020 fertig werden und zum 800-jährigen Bestehen des Klosters geweiht werden. Am 18. Mai 2020 wurde der erste Grundrahmen für die neue Orgel durch den Orgelbaumeister Andreas Arnold und seinen Mitarbeitern aus Plau am See eingebaut. Die Orgel wird zwei Manuale und ein Pedal, 28 Register und 1660 Pfeifen haben. weiterlesen

Mit der Fertigstellung der neuen Klosterorgel und der sehr umsichtigen Renovierung der Klosterkirche Dobbertin, kann nun die Idee der „Klostermusiken Dobbertin“ mit einem regelmäßigen konzertanten und geistlichen Leben Wirklichkeit werden. Mit einem zukunftsorientierten Konzept, wurden im Januar 2021 die „Klostermusiken Dobbertin“ ins Leben gerufen. Mit ganz unterschiedlichen Veranstaltungen wie Orgelkonzerten, Vespermusiken, Chor- & Orchesterkonzerten und möchten wir diesen besonderen Ort beleben. weiterlesen

Das Vokalensemble der Klosterkirche Dobbertin wurde anlässlich der Gründung der „Klostermusiken Dobbertin“ 2020 ins Leben gerufen. Das Ensemble besteht aus professionellen Gesangssolisten, Musikpädagogen und freiberuflichen Musikern, die eine weitreichende Erfahrung als Solisten und Ensemblesänger haben. Für das Vokalensemble ist es wichtig, die Tradition der Chormusik zu erhalten, und weiter zu tragen. weiterlesen

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